Holzmechanikerin Denise: zivil bei der Bundeswehr

SÄGEN, SCHLEIFEN, STAUB

Holzmechaniker:innen messen, schleifen, leimen und lackieren alles im industriellen Stil. Denise arbeitet in einer zivilen Werkstatt der Bundeswehr und bearbeitet Aufträge an den Stützpunkten.

Geht Los!-Redaktion: Wie bist du auf den Ausbildungsberuf gestoßen?
Denise: Mein Vater ist Tischler und ich wollte auch etwas Kreatives machen. Ich habe nach einem sicheren Arbeitgeber gesucht und die Ausbildung zur Holzmechanikerin bei der Bundeswehr gefunden. Das hat dann direkt geklappt.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus?
Größtenteils arbeiten wir in der Werkstatt. Wir lernen die Dinge erst einmal Schritt für Schritt. Mit der Zeit wird uns immer mehr Verantwortung an Maschinen übertragen.

Was baut ihr denn alltäglich?
Wir bauen Möbel und machen kleinere Reparaturen. Manchmal geht es auch zu Montagen auf die jeweiligen Stützpunkte. Neben Bürobedarf kommt da auch einiges für Werbekampagnen zusammen.

Worauf kommt es an und welche Fähigkeiten braucht man für die Ausbildung?
Vor allem räumliche Vorstellungskraft, handwerkliches Geschick und Verantwortungsbewusstsein sind wichtig. Das nötige Feingefühl lernt man mit der Zeit. Ansonsten braucht man Mathe, die nötigen Formeln lernen wir aber alle in der Berufsschule.

Was gefällt dir weniger gut?
Immer und überall ist es staubig, trotz Absauganlage. Ärgerlich ist auch, wenn man zu viel abgesägt hat, dann muss man von vorne anfangen.

VARIANTENREICHES ARBEITEN MIT DEM ROHSTOFF HOLZ

Was ist dein Highlight des Jobs?
Das Endstück. Der Erfolg, und dann sieht es auch noch gut aus, das ist toll. Wir können uns Holzsorten teilweise aussuchen, um alles über die Verarbeitung zu lernen, und das bringt Variation rein. Toll ist auch, wie Kunden sich darüber freuen, wenn wir Aufträge bearbeiten. Den Spaß in der Werkstatt will ich auch nicht missen. Die Gruppe ist angenehm ausgeglichen, sechs Azubis und sechs Gesellen. Da wird zusammen angepackt.

Wie läuft der schulische Teil ab?
Wir haben Blockunterricht, größtenteils ausbildungsbezogen. Ansonsten haben wir Lernfelder über die Materialherstellung und -verarbeitung. Auch nachhaltige Varianten, vegane Klebstoffe, heimische Holzarten, wie schnell welche Hölzer wachsen und welche vom Aussterben bedroht sind, sind Thema.

Was unterscheidet Holzmechaniker:innen von Tischler:innen?
Holzmechaniker außerhalb der Bundeswehr fertigen häufig auf Masse. Hier arbeiten wir allerdings im Kundenauftrag, was einer Tisch- lerausbildung entspricht. Es läuft aber unter dem Namen Holzmechaniker.

Welche Rolle spielt die Bundeswehr in deiner Ausbildung?
Mehr Kontakt als die Aufträge haben wir nicht. Keine Grundausbildung, keine Waffen, das ist nichts für mich. Eine Sicherheitsüberprüfung mussten wir dennoch machen, aber das war nicht wild.

Wie geht es nach deiner Ausbildung weiter?
Ich hoffe, dass ich nach meiner Ausbildung an einem der Standorte als Holzmechanikerin eingestellt werden kann. Ansonsten suche ich mir etwas in der freien Wirtschaft.

Das Interview führte Leonie Rossdam